Schwiegk • Creative Retouching

Stand der Dinge

Hallo zusammen,
dieser Post beschäftigt sich mal nicht mit Photoshop oder Fotografie oder handelt sonstwie von Bildbearbeitung.

Ich möchte mal ein bisschen Aufklärung betreiben!
Hier und dort wurde ich schon gefragt, was denn los sein - man liest kaum noch etwas, die Internetseite ist nur noch rudimentär vorhanden, Webinare gibts nicht mehr, Blogeinträge auch nicht und das getwittere von @schwiegk kann man sich auch schenken!

Nun, den Grund kann/will und darf ich hier (noch) nicht kundtun - ich kann nur so viel sagen, dass ich vor einiger Zeit eine tiefgreifende Entscheidung getroffen habe, die im Grunde mein ganzes Leben betrifft und umkrempelt.

Zur Umsetzung dieser Entscheidung bedarf es nun einiges an Zeit, Muße und Konzentration und natürlich Organisation.Zudem beginne ich kommende Woche einen großartigen Ausarbeitungsjob bei JvM, der über mindestens vier Wochen gehen wird und mir, so wie es derzeit aussieht, keinerlei Zeit für andere Aktivitäten lassen wird.
Der Besuch auf der Photokina ist aus diesem Grund schon gecancelt..:-(
Dafür ist dieser Job wirklich ein Knaller, ein fettes Ding, wie ich es wirklich seit Jahren nicht mehr machen konnte.

Natürlich kann ich hier drauf weiter nicht eingehen, alles geheim und streng geschützt, logisch!

Apropos geheim: Leider ist es mit dem Zeigen von Bildern oder gar ganzen Kampagnen immer so eine Sache - zwar sind diese Bilder ja zur Veröffentlichung ausgearbeitet worden, aber eben nur für den Kunden - mit anderen Worten, der Kunde möchte bestimmen wann, wo und in welchem Zusammenhang seine Motive zu sehen sind.
Was man ja auch vollkommen verstehen kann, aber aus dem Grund bin ich derzeit doch sehr beschnitten, was das Zeigen von meinen Ausarbeitungen angeht.

Das ist der Grund, warum beispielsweise meine Internetseite fast nur noch die Hälfte zeigt...
Zudem habe ich den Termin in Graz bei Video2Brain abgesagt, wo ich ja ein paar CGI-PostproductionsTrainings geplant hatte - alles derzeit aus rechtlichen Gründen nicht wirklich möglich!

Aber durch die oben angedeutete Entscheidung, die ich getroffen habe, wird sich diese Situation bald ändern.
Die neue Internetseite ist grade in Arbeit und ich bin mit vielen Leuten im Gespräch, wie man die Beschneidung meiner "Öffentlichkeitsarbeit" umgehen kann.

Ich werde Euch hierüber natürlich informieren, sobald ich die Zeit für gekommen halte - aber es wird sicher noch dieses Jahr soweit sein.
Meine Teilnahme an der PhotoshopConvention im November in München ist glücklicherweise von diesen ganzen Umwälzungen nicht betroffen!

Nichtsdestotrotz werde ich wohl die nächsten Wochen jobbedingt mehr oder weniger von der SocialMediaBildfläche verschwinden.

Deshalb wünsche ich Euch schon jetzt einen heissen, aber trotzdem angenehmen Herbst!
Haltet die Ohren steif und freut Euch auf neue, richtige Blogeinträge ab Oktober.

Bis dahin,
marius

Der Mercedestest 2004

Im heutigen Post geht es um eine Testausarbeitung für Mercedes, die ich für meinen damaligen Arbeitgeber Springer & Jacoby ausführen durfte.

Dabei fällt mir ein, über S&J werde ich auch noch den einen oder anderen Post schreiben!

Mb_crossfire_test

Es war im Jahr 2004, als wir von Mercedes-Benz, damals noch Daimler-Chrysler zu einem Test eigeladen wurden.

Es ging, einfach gesagt darum, ob die S&J Unit Digital, bzw die Splittergruppe BLIND weiterhin für Mercedes retuschieren darf.

Solch ein Pitch ist nichts Ungewöhnliches - es waren einige Mitbewerber eingeladen, um den derzeitigen Stand des Mercedes Deinstleisterpools abzufragen, denn nicht jede Lithofirma durfte für Mercedes arbeiten - das ist auch heute noch so und hat den Hintergrund, dass der MB-Einkauf den Überblick behält und Mercedes die Qualität bekommt, die sie gewohnt sind und keine, später vielleicht teuer zu bezahlenden Experimente mit wilden, neuen Kreativhotspots gestartet werden können.

 

So wurden also mehrere, vorausgewählte Postproduktionsfirmen in Deutschland, die die Mercedes-Grundstandarts erfüllen zu diesem Test eingeladen. Alle bekamen die gleiche Aufgabenstellung und das gleiche Ausgangsmaterial. Es gab zwei Aufgaben, die eine war eher dazu gedacht, die technische Qualität der Retusche zu erkennen, die zweite Aufgabe diente zur Gliederung der kreativen Möglichkeiten der jeweiligen Firmen.

 

Ich wurde dafür eingeteilt, die kreative Aufgabe zu lösen.

 

Leider weiß ich nicht, von welchen Fotografen die Ausgangsbilder waren, denn sie wurden uns von Mercedes direkt geliefert.

Mb_test_00c
Mb_test_00a_lay

Aus diesen Bildern sollte ich nun ein spannendes Bild kreieren.

Natürlich war ich sehr angespannt und aufgeregt, als ich von dieser Aufgabe erfuhr, denn es ging theoretisch um recht viel Geld und wenn die ganze Geschichte in den Sand gesetzt würde auch um Arbeitsplätze, und nicht nur um meinen..;-)

Mb_test_bruecke_lay

Ich bekam also das Material und versuchte erst einmal mich damit auseinanderzusetzen - ich probierte viel aus und versuchte alle Bereiche, die mir am Ausgangsmaterial nicht gefielen, zu eliminieren.

 

Was mir ganz und gar nicht an dem Hintergrundmotiv gefiel, war die Assoziation, die ich mit dem Bild hatte - es erinnerte mich durch die halbhohen Gebäude an eine graue, trostlose Vorstadt, oder irgendeinen vergessenen sozialen Brennpunkt (ich hoffe, niemand erkennt den Ort dieser mir unbekannten Stadt…;-)

Mir fehlte hier einwenig Glamour, einwenig Großstadt, also suchte ich nach einer Möglichkeit aus diesem Bild eine Großstadtszene zu generieren.

Glücklicherweise arbeitete ich parallel an einigen Motiven für die Neueinführung des SLK zu dem ich einige Skylines von LosAngeles bekam, die ich einfach zweckentfremdete und so aus der grauen Vorstadt eine Weltstadt formte.

Mb_sky_lay

Beim composen der Skyline mit der Brücke war das Hauptproblem die dünnen Verstrebungen der Brücke glaubhaft mit dem neuen Hintergrund zu verbinden. Hier entschied ich mich für die radikale Methode: Ich entfernte alle alten Streben und baute recht simpel neue Streben hinein, die mit ein paar Filtern (vor allem "Bewegungsunschärfe") angepasst wurden.

 

Das Einpassen der Skyline war dann kein Problem mehr und ich konnte mich um das Fahrzeug kümmern. Dieses Mal kein Mercedes, sondern ein Chrysler Crossfire (gehörte ja zu der Zeit zur Familie). Dieser wurde in verschiedenen 3/4-Front-Perspektiven fahrend fotografiert. Nachdem ich mich für die passendste entschieden hatte, konzentrierte ich mich auf die technischen Korrekturen, wie beispielsweise die Korrektur der sich viel zu schnell drehenden Felgen, hier konnte ich aus einem anderen Schuss passendere finden, weitere Details verbesserte ich ebenfalls um mich dann ganz der Farbanpassung zu widmen.

 

Die Farbgebung der Brücke gefiel mir unbearbeitet schon ganz gut, so dass ich diese bis auf kleine Anpassungen behielt. Der Wagen war im Ursprung viel zu blau - also mittels Gradationskurven und Tonwertkorrekturen alles etwas mehr ins Grün drehen, als Grundton. Den blauen Farbanschub am Heck wollte ich zur besseren Verbindung mit der Skyline gülden einfärben - genauso die Seite des Wagens, um die Reflexion der gelbroten Sonne auf der Brückenwand zu simulieren. Hierfür malte ich auch noch einen helleren Streifen auf die Fahrzeugseite.

Nun noch einen Schatten konstruieren, die Durchsicht nicht vergessen und der Wagen passte zum Umfeld.

 

Zufälligerweise wirkte ein Gebäudeteil der Skyline wie eine Tunneldecke, so dass ich mich dazu entschloss diesen Effekt durch das hineinbauen von Lichtflecken als Lampen noch zu verstärken, denn sonst hätte man auch nicht wirklich gewusst, woher denn diese Strasse eigentlich kommt.

Um die Perspektive noch besser funktionieren zu lassen, musste ich zudem die Mauer auf der Brücke etwas näher zum Fahrzeug schieben.

 

Die Skyline wirkte nun etwas statisch und auch etwas zu konkret, also gab ich auf den linken Bereich des Bildes noch einwenig Unschärfe, über deren physikalische Richtigkeit sicherlich trefflich gestritten werden kann..;-) (Hier schon meine Antwort an die Zweifler: Es sieht besser aus, PUNKT! ;-)

Auch die Farbigkeit der Skyline musste ich noch an das Brückenbild anpassen und darauf achten, dass wir weiterhin eine Grundzweifarbigkeit behalten würden, nämlich einmal das grünliche Kunstlicht auf der Brücke und an allen von der Sonne abgewandten Seiten, sowie als Kontrast das warme, goldene Licht der untergehenden bzw aufgehenden Sonne.

Diesen Effekt der Zweifarbigkeit sieht man sehr schön an den Hochhäusern.

Das mittlere Hochhaus habe ich auch noch etwas eingekürzt, da es bei dem gewünschten Format am oberen Rand etwas klemmte.

 

Nun war ich (fast) fertig, allerdings gefiel mir die Verbindung von Sonne/Sonnenstrahlen, sowie Brückenmotiv noch nicht wirklich und deshalb konstruierte ich Schritt für Schritt einen Blendenfleckenstrahl, den es sicher in der freien Wildbahn so niemals geben würde (Wieder der Hinweis an die Nörgler: "mir egal!"), der aber, meiner Meinung nach dem Motiv wirklich gut tut und das Hintergrundbild, zwar auf Recht plumpe, aber wirkungsvolle Weise gut mit dem Vordergrund verbindet.

Hierbei würde ich noch gern anmerken, dass Leute, die die Blendenfleckvarianten von Photoshop ernsthaft in ihre Motive einbauen, auch ne Kunst-Currywurst ausm Supermarkt essen.

 

So, nun noch eine kleine Vignettierung aufs Motiv gelegt, Blinky auf das Fahrzeug alles etwas entsättigen (wirkte "moderner") und fertig war das Motiv.

 

Ich glaube wir hatten damals knapp drei Tage Zeit für das Bild und wurden danach aus dem Mercedes-Dienstleister-Pool geworfen…nein, Quatsch - war alles gut, Motiv gefiel und alles blieb beim Alten ;-)

Aber es war eine tolle Erfahrung und es hatte mir viel Freude gemacht.

 

Daher hoffe ich, dass Ihr ebenso einwenig Kurzweil gefunden habt - bei Fragen, fragen und morgen dann einen tollen Wochenstart!

Mb_crossfire_test_nah

 

Der Audi A6 allroad am Katse

Hier nun der dritte und letzte Teil der kleinen Audi A6 allroad Weltreise.

Audi_katse1
Katse2

Nachdem wir nun schon in Suedamerika und in Europa waren, verschlägt uns das Shooting nun nach Afrika, genauer gesagt nach Lesotho zum Katse Staudamm.

Der Staudamm wurde 1997 fertiggestellt und ist 710 Meter lang.

 

Katse
Katse_auto

Diese Location wurde gleich für zwei Motive genutzt, einmal die Fahrt zum Staudamm und dann ein Fahrschuss auf dem Staudamm selber - vom technischen her ist dieses Motiv weniger interessant, das Fahrzeug wurde wieder stehend mit mehreren Belichtungen fotografiert, in das neue Umfeld gesetzt und farblich angepasst. Das bisschen Wasser, welches real aus dem Damm tröpfelte, reicht natürlich nicht um einen kraftvollen und umweltschonenden Motor bzw Wagen darzustellen. Hier musste ich aus einem Wasserstrahl gleich mehrere basteln und diese auch noch groesser wirken lassen. 

Glücklicherweise war das Bildmaterial gut genug um diese Vergrösserungen vornehmen zu koennen.

 

Genauso musste ich auch das Wasser des Staudamms für den anderen Afrikaschuss vermehren.

 


Wasser

 

 

Bei diesem Motiv haben wir aber noch eine Besonderheit - der Wagen fuhr tatsächlich und wurde nicht später erst in der Post mit sich drehenden Felgen/Reifen versehen.

 

Im Grunde gibt es drei Grundmöglichkeiten ein Fahrzeug fahrend zu fotografieren bzw es so wirken zu lassen: Zum einen die zumindest beim Fotografieren einfachste Variante, die auch bei dem anderen Staudamm-Motiv genutzt wurde, nämlich das Fahrzeug stehend zu fotografieren und die Bewegungen in Photoshop nachzuempfinden. Diese Variante ist aber meiner Meinung nach die Uneleganteste, denn es ist recht viel Aufwand in Photoshop alles realistisch mit Bewegungsunschärfe zu versehen, evtl noch einen Fahrer reinzusetzen und die Felgen zu drehen. Man muss hierbei bedenken, dass diese Motive in A2+ also in 420mm x 594mm bei 400dpi bzw ca. 9000px x 6600px und eben nicht in 72 dpi fürs Internet ausgearbeitet werden.

Auch gibt es Hilfsprogramme wie VirtualRig, die aber meinen Qualitätsvorstellungen nicht genügen.

 

Die zweite Möglichkeit ist, den Wagen tatsächlich fahren zu lassen und mit einem anderen Fahrzeug hinterher zu fahren und von dort zu fotografieren - man muss dabei nicht mit 200 Sachen um die Kurven fegen, es reichen Geschwindigkeiten von 30-50km/h, die Schnelligkeit entsteht dann durch längere Belichtungen. Hier hat man aber natürlich das Problem, dass sich der Abstand der Kamera zum Fahrzeug verändert und nicht wirklich exakt zu kontrollieren ist.

 

Die beste und zum Glück am häufigsten in der Werbefotografie verwendete Möglichkeit ist das Rig. Hierbei wird ein sehr stabiler Stahlausleger am Fahrzeug befestigt. Am anderen Ende befindet sich die ebenfalls fest fixierte Kamera. Nun wird per Fernauslöser (die fetteren Varianten haben auch eine Plattform mit bequemen Sessel für den Kameramann - allerdings eher für Hollywoodfilme benutzt..;-) eine Aufnahme nach der anderen geschossen. Der Vorteil ist, dass ich nun wieder sehr einfach die einzelnen Belichtungen zu einem Composing zusammenführen kann, denn alle Aufnahmen sind deckungsgleich.

Nun muss man natürlich noch den Träger unter dem Fahrzeug rausretuschieren, aber das ist ja nicht weiter schwer.

 

 

Fahrt_1
Fahrt_2

 

Ansonsten wurden bei diesen Motiven wieder Gradations- und Tonwertkorrekturen vorgenommen um die gleiche Bildsprache wie bei den anderen Motiven zu erreichen.

 

Tja, das waren die Geschichten hinter diesen vier Audi-Motiven.

Ich hoffe, es brachte ein wenig Kurzweil!

 

Demnächst mehr!

 

Euer marius

Der A6 allroad in Falkirk

Hier nun der zweite Teil der Audi Weltreise.

 

Audi_falkirk

 

Für dieses Motiv ging es nach Schottland, genauer nach Falkirk, einer Kleinstadt zwischen Glasgow und Edinburgh mit 30.000 Einwohnern und einer weltweit einzigartigen Sehenswürdigkeit: dem Falkirk Wheel.

Das einzige rotierende Schiffshebewerk der Welt. Die Idee soll dem leitenden Ingenieur beim Lego-Spielen mit den Kindern gekommen sein.

Fertiggestellt wurde dieses futuristische Bauwerk im Mai 2002 und ist auch auf Grund seiner Einzigartigkeit ein wahrer Publikumsmagnet geworden

 

Die Einzigartigkeit und Modernität sollte sich natürlich auf den Audi A6 übertragen.

Dieses Motiv sollte auf das Fassungsvermögen des Kofferaums, sowie die Traglast des Fahrzeugs. Also quasi ein Wink mit dem Zaunpfahl.

 

Natürlich sind die Proportionen der Umgebung für das Motiv wieder etwas verändert, bzw optimiert worden. Der Parkplatz wurde verschoben (Dort, wo sich das Fahrzeug nun befindet ist eigentlich das Becken bzw der weiterführende Kanal.

Der Himmel ist wieder separat fotografiert und eingezogen worden (ätzende Arbeit oben am Geländer des Hebewerks).

Das Fahrzeug besteht mal wieder aus fünf/sechs Teilen - es gab zwei Schüsse für den Lack (Künstliches- und Tageslicht) und ein paar Aufnahmen für den Kofferaum (mit Gepäck, ohne, hartes Licht, weiches Licht) Es ist eben sinnvoll alle Eventualitäten mit abzufotografieren denn weglassen kann man im Nachhinein eher als Dinge hinzuzuerfinden.

 

Für die Hintergrundaufnahme des Bauwerks wurden noch starke Strahler an die Pfeiler gestellt um das Motiv noch eindrucksvoller wirken zu lassen.

Abends werden die Bögen oberhalb des oberen Kanals violett beleuchtet - sieht zwar super aus - passt aber nicht zu unserem vorgegebenen Look, daher musste der Magentastich entsättigt werden.

Die restlichen Farbanpassungen an die anderen Motive des Katalogs bestehen aus Tonwertkorrekturen, Gradationskurven und Farbton/Sättigung-Einstellungen. Nach wenigen Schritten kommt man hier zu einem passenden Ergebnis. 

 

Ein bisschen mehr Arbeit kostete die Einpassung der Heckscheibendurchsicht. WIe man auf dem Rohbild sehen kann, wurde vor einem dunklen Gebäude fotografiert. Im Motiv ragt die Durchsicht aber bis in den (hellen) Himmel.

Also musste ich die gesamte Scheibe quasi herausnehmen und künstlich ersetzen - mit Hilfe einiger sehr schwachen Weissflächen und einer gezeichneten Heckscheibenhezung gelang dieses recht glaubwürdig.

 

 

Audi_falkirk_higru
Audi_falkirk_auto

 

 

So, dies war nun der zweite Teil der Audi-Weltreise - der nächste Eintrag führt uns nach Afrika.

 

Ich hoffe diese kleinen Einträge gefallen Euch - falls Euch noch was auf/einfällt - immer gern heraus damit (alle Kommunikationskanäle sind geöffnet)

Einen feinen Tag,

marius

 

 

Der A6 allroad und der Iguazú

Dieses Motiv war für ein Literaturprojekt, also ein Katalog, den ich 2005 bei Philipp und Keuntje ausgearbeitet habe.

 
 

Audi_q7-katalog_4

 

 

Zumindest einen Teil davon - insgesamt vier Bilder, die auch alle auf meiner Site zu finden sind (Schwiegk Audi). Es handelt sich um den Katalog zur Einführung des damals neuen Audi A6 allroad - ein wirkliches Schlachtschiff auf den Strassen. Für diesen Katalog (es gab ca. zehn Bilder dieser Art) wurde im wahrsten Sinne des Wortes um die halbe Welt gereist - ein sehr aufwändiges Unterfangen - vor Allem wenn man mit einem Erlkönig unterwegs ist! Alles war sehr geheim, die Shootingplätze wurden weiträumig abgesperrt, dass kein Tourist zufällig den neuen A6 auf seinen Urlaubsfotos hat und diese dann der Fachpresse verkauft.

Dieses Motiv sollte ein dynamischer Frontfahrschuss sein. Das Fahrzeug sollte parallel zu imposanten Wasserfällen fahren. Als Location wurden die Iguazú Wasserfälle im Urwald des Grenzgebiets von Brasilien und Argentinien gewählt. Diese Wasserfälle sind höher als die Niagarafälle und breiter als die Victroia-Wasserfälle und damit die größten der Welt - passend zu diesem Riesenauto. Natürlich gibt es hier keinen Weg, geschweige denn eine feste, zu befahrende Strasse. Also wurden die Aufnahmen gespittet. Zum einen wurde der Hintergrund in mehreren Teilen fotografiert und das Fahrzeug in der Nähe auf einem Plateau. Die Strasse, die Büsche und Steine wurden auch separat aufgenommen - allerdings alles aus der Umgebung der Wasserfälle um die Authentizität zu wahren.

Das Fahrzeug besteht aus etwa 6-8 Einzelschüssen, die nun alle realistisch zusammencomposed werden sollten. Da der Wagen im Stand mit Stativ fotografiert und nur die Segel und Blitzlichter verändert wurden, ist diese Arbeit relativ einfach zu bewerkstelligen und verlangt nach einigen Jahren keine grosse geistige Anstrengung mehr. Nun mussten noch die stehenden Reifen beschleunigt (Bewegungsunschärfe) und ein paar Spiegelungen der Umgebung in den Fahrzeuglack gebracht werden.

 

Der Hintergrund wurde verändert und zusammengebastelt. Auch der Himmel wurde reingesetzt und einige Büsche optimiert. Wie man auf folgendem Foto sehen kann (Das Masterbild für den Hintergrund) ist der Wasserfall zu 90% genauso fotografiert und von mir benutzt worden - lediglich die Tiefe wurde ein bisschen erhöht um die Größe der Umgebung zu verstärken.

 

Wasserfaelle

 

Nach dem Composing der Hintergrund- und Umfeldbilder mit dem Fahrzeug folgte im Grunde nur noch eine Lookanpassung, denn alle Bilder des Katalogs sollten in einer Bildsprache sprechen. Da ein Teil der Bilder bei einer anderen Postproduction ausgearbeitet wurden, musste hier in recht enger Abstimmung gearbeitet werden. Allerdings haben wir als Inhousepost, also auf Grund der Nähe zu der Kreation den Look vorgegeben.

Wichtig, wie natürlich auch bei allen anderen HighEnd-Ausarbeitungen ist die genaue und saubere Arbeitsweise. Auch wenn das Maskenbauen und Pfaderstellen aufwändig ist und bleibt, es ist das Grundfundament erstklassiger Ausarbeitungen. Denn wenn diese Grundlagen nicht stimmen, kann man auch nichts gescheites mehr aus einem Bild zaubern. Und Maskenfehler sind nicht nur peinlich sondern auch teuer und in erster Linie unnötig!

Alles in Allem habe ich für die Ausarbeitung der vier Motive ca zwei bis drei Wochen gebraucht.

 

Hier der Vorher-Nachher Vergleich (Beides im technisch fertig zusammengebastelten Zustand)

 


(download)

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